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Die Geschichte des Islam!
Er war ein armer Junge gewesen, hatte alle möglichen Arbeiten
verrichtet. Seine einzige Qualität war sein gutes Aussehen. Dann hatte er
geheiratet, die reiche Witwe eines Geschäftsmannes. Was für ein Glück!
Und jetzt? Jetzt saß er hier, am Eingang dieser Höhle. Er hatte
den Leuten weißgemacht, dass er meditieren wolle. Und irgendetwas musste er
ihnen doch erzählen, wenn er wieder unter sie zurückkehrt. Viele hatten über
ihn gelacht. Er konnte ja nicht einmal schreiben oder lesen, und was er
bisher über Religionen wusste, hatte er von jüdischen, christlichen und
örtlichen Händlern erfahren, die allerlei Aberglaube aus aller Welt
zusammentrugen. All dies war ihm ein bisschen zu hoch auf der einen Seite,
und zu flach, weil theoretisch, auf der anderen Seite.
Ein paar Jahre später musste er aus seiner Stadt fliehen, weil er
die Leute aufgewiegelt hatte. Aber es waren ihm viele gefolgt und da er doch
nicht ganz auf den Kopf gefallen war, begann er sie zu organisieren. Sie
eroberten Medina und Mekka. Vor jedem Kampf hielt er eine Rede, die manchmal
von jemandem aufgezeichnet wurde. Später diktierte er die Texte. Er war jetzt
der Prophet „Mohamed“.
Einmal als er eben diktierte, sagte ihm der Schreiber, dass es
anders besser klingen würde. Mohamed gab ihm Recht, was auf den Schreiber
einen seltsamen Eindruck machte. Der Schriftgelehrte verbreitete im ganzen
Lager, dass er das in Mohameds Mund gelegte göttliche Wort korrigiert habe.
Der ungläubige Schreiber musste aus dem Lager fliehen.
Wie eine Lawine verbreitete sich der heilige Krieg, immer mehr
Nomaden schlossen sich dem Sieger an und wollten seinen Raubzügen teilhaben.
Nach dem Tod des Propheten übernahm einer seiner Verwandten, der natürlich
auch Mohamed hieß, die Führung. In weniger als 100 Jahren war ganz Nordafrika
bis Südfrankreich in ihre Hände gefallen, im Osten ging es nicht langsamer,
bald bis Malaysia.
Aber so schnell alles überrumpelt wurde, genauso schnell zerfiel
dieses riesige Gebiet in kleinere Reiche. Viele Völker übernahmen diese
erfolgreiche Religion. Malaysia wurde mit Spanien durch regen Handel
verbunden. Die damalige Toleranz dieser Religion machte es möglich, die
wissenschaftlichen Ergebnisse aus den verschiedensten Kulturkreisen zu
übernehmen und einzubauen. Auf diese Weise kamen die alte, griechische
Philosophie erneut und die indischen Zahlen nach Europa. Jeder Besiegte
konnte seine Religion behalten, wenn er ein bisschen mehr Steuern bezahlte.
Aber auch hier machten sich schnell Brüche bemerkbar. Die einzige
Tochter des Propheten Mohamed hatte einen Sohn, natürlich auch Mohamed. Sie
musste nach Persien fliehen, weil der andere Mohamed seine Machtstellung
gefährdet sah. Dadurch entstand dort der Schiitische Islam (vielleicht so
etwas wie der Protestantismus bei den Christen), die anderen waren die
Sunniten.
Man könnte jetzt fragen, wie aus dieser einst so erfolgreichen
Religionsrichtung, dem Islam diese heutige, zurückgebliebene, beschränkte
Dogmatik entstehen konnte.
Und das ist genau der Punkt: Der Glaube, der sie am Anfang trieb,
die Frische, die ihnen Kraft gegeben hatte, nutzten jetzt herrschende
Klassen, wie Mameluken (kastrierte Staatsdiener), machtgierige Herrscher, die
an einer Fort- und Weiterentwicklung nicht interessiert waren, weil das ihre
Position geschwächt hätte, aus. Ein starker Herrscher und seine stabile Macht
bewirken am Anfang immer ein Aufblühen und sogleich darauf eine
Dogmatisierung und ein Festfahren von gesellschaftlichen Normen und
staatlichen Verfahrensweisen. Aber die Zeit bleibt nicht stehen. Wer sich
nicht an neue Umstände anpassen kann,
geht unter. Das letzte Aufbäumen des Katholizismus, der neuentstandene Protestantismus
und der dadurch hervorgerufene, langsame Zerfall des riesigen
Habsburg-Reiches (Karl V.: „In meinem Reich geht die Sonne nicht unter.“ Da
sich seine Herrschaft von Ungarn bis Mexiko erstreckte.) hatte neuen Schwung
nach Europa gebracht. Länder konkurrierten miteinander, entwickelten neue
Techniken und erschienen auf dem Weltmeer, dies ergab eine noch größere
Globalisation, als unter dem Islam. Und das hat sich seit dieser Zeit nicht
geändert. Die moslemischen Staaten und Gesellschaften zogen sich in einen
starren Dogmatismus zurück.
Nicht alles Neue ist immer gut, aber es bietet noch nicht
bekannte Möglichkeiten für die Menschheit sich weiterzuentwickeln. Der im 20.
Jahrhundert entstandene Nationalismus in moslemischen Gesellschaften nutzte
diesen Dogmatismus und machte alles nur noch schlimmer.
Ein Ayatollah Khamenei, der in Frankreich seine Exilzeit
verbracht hatte, rief bei seiner Rückkehr auf dem Flughafen im Iran den
jubelnden Massen zu: In Europa, in dieser Welt der Ungläubigen habe ich meine
Augen nicht geöffnet, damit die Sünde meine Augen nicht trübt. Das ist nur
ein Beispiel von vielen, wie Dogmatismus den Geist mit Blindheit schlägt.
(Vajon Orbán se nyította ki a szemét, amikor Angliába és
Amerikába járt?)
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Else
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Samstag, 10. Januar 2015
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